08.07.17Washingtonplatz | Berlin

Im Dialog

Wer oder was steckt eigentlich hinter den regionalen Lebensmitteln, die ich im Supermarkt kaufe? Wie werden sie produziert? Und wie sieht der Berufsalltag eines Lebensmittelproduzenten aus?  Diese und viele weitere Fragen beantworteten die „Dialogtage Ernährungswirtschaft“, die vom 5. bis zum 7. Juli zu Information und Austausch auf den Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof einluden. Eingeladen hatte die regionale Ernährungsindustrie, organisiert vom Brandenburger Cluster Ernährungswirtschaft.

Branche mit Zukunft

Dabei ging es den Initiatoren vor allem um eins: Vielfalt zeigen und wichtige Grundlagen regionaler Nahrungsproduktion transparent machen. Denn die Branche hat Zukunft und sucht dringend Nachwuchs. Mit mehr als 23.000 Beschäftigten erwirtschaften die Unternehmen der Ernährungsindustrie allein in Berlin 9,2 Prozent des gesamten Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe und liegen damit nahe am Bundesschnitt. In Brandenburg liegt der Anteil sogar bei 15 Prozent und damit weit über dem Mittel.

Die Zeichen stehen gut und die Branche ist auf Wachstum eingestellt. Wichtigste Voraussetzung dafür sind jedoch gute Fachkräfte. Auch das ist ein Grund, warum Verbände und Institutionen dem Aufruf des Clusters Ernährungswirtschaft gern folgten, um sich im Rahmen der Dialogtage zu präsentieren. So standen vor allem Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Studierenden und interessierten Besuchern, die mehr über die beruflichen Möglichkeiten in der regionalen Ernährungswirtschaft erfahren wollten, im Fokus. Allein 50 Berufsbilder bieten die Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Kaum einer der Besucher kannte jedoch anfangs mehr als acht.

„Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird die Besetzung von Fach- und Führungspositionen zur immer größeren Herausforderung für die Unternehmen“, erklärt Klaus Jeske, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung der Ernährungsindustrie Berlin-Brandenburg die Brisanz der Thematik. „Obwohl die Lebensmittelindustrie vielseitige und vor allem zukunftssichere Berufsperspektiven bietet, nimmt auch hier die Fachkräfteproblematik stetig zu. Mit Aktionen wie dieser wollen wir gegensteuern und junge Menschen auf den Geschmack bringen“, sagt Jeske weiter.

Berufe mit Geschmack

Dabei erweist sich die regionale Ernährungsindustrie als Schlaraffenland – von Süßwaren über Erfrischungsgetränke, Kaffee, Fleisch und Backwaren macht die Branche auch in Sachen Ausbildung Appetit. Jedoch sind vielen Jugendlichen bisher vor allem die Produkte bekannt, die Berufe dahinter nicht. Damit sich das schnell ändert, lud die WVEB im Rahmen der Dialogtage fünf Schulen und Bildungsinstitutionen mit mehr als 50 Schülerinnen und Schülern zu informativen und jugendgerechten Gesprächsrunden ein. Gesprächspartner waren die, die es wissen müssen: Auszubildende eines der ältesten Essenzen-Produzenten Deutschlands, der ADM WILD Europe GmbH & Co. KG. Sie standen den Jugendlichen Rede und Antwort und gaben Einblicke in ihren Berufsalltag.

In einem 20-minütigen Vortrag stellten sie den Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik, der/des Lebensmittelkauffraus/-manns, des Fachlageristen und der Fachkraft für Lagerlogistik vor. Fragen nach dem Arbeitsbeginn, nach Verdienstmöglichkeiten und den schulischen Voraussetzungen weckten das größte Interesse. So wurde unter anderem gefragt, ob ein Einstieg trotz nicht so perfekter Schulnoten möglich sei. Die Azubis von ADM WILD konnten beruhigen: Grundsätzlich zähle die Persönlichkeit und der Spaß am Beruf. Beides könne man in einem 2-wöchigen Praktikum unter Beweis stellen und sich so für eine Ausbildung qualifizieren. Initiativbewerbungen seien zu jeder Zeit möglich.

Dass die Dialogtage ihr Ziel erreicht haben, zeigte das positive Feedback der Besucher. „Ich hätte nicht gedacht, wie abwechslungsreich und innovativ die Berufe sind“, zeigte sich ein Jugendlicher begeistert. Dass auch das Geld stimmt, ist eine zusätzliche Motivation. „Einige haben uns im Anschluss nach Bewerbungsmöglichkeiten gefragt“, zieht Jeske ein positives Fazit. „Wenn wir allen Besuchern die Industrie hinter den Lebensmitteln ein wenig transparenter machen konnten, haben wir unser Ziel schon erreicht“, freut sich der Geschäftsführer der WVEB. In Zukunft soll es weitere Veranstaltungen wie diese geben, die Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Unternehmen und Auszubildende näher zusammenbringen.

Eindrücke

Weitere Informationen

Berufsbilder in der Ernährungsindustrie Berlin-Brandenburg
Berufsbilder
  • Ausbildung
  • Studium
  • Weiterbildung
UVB Kompakt: Ernährungsindustrie Berlin-Brandenburg
Die regionale Ernährungswirtschaft

Zahlen, Daten, Fakten

Veranstalter

Cluster Ernährungswirtschaft
Dr. Detmar Leitow
Clustermanager
T. +49 331 73061-227

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