22.06.16Berlin

Deutsche Wirtschaft wächst stabil

Die Sommersonnenwende ist ein untrüglicher Indikator dafür, dass in Kürze die Hälte des neuen Jahres schon wieder hinter uns liegt. Somit wird es Zeit für eine erste konjunkturelle Halbjahresbilanz und einen Ausblick auf die kommenden Monate.

Die Fakten

  • Gestützt von einer soliden Binnenkonjunktur folgt die deutsche Wirtschaft ihrem Aufwärtstrend und dürfte in diesem Jahr um 1,7 Prozent (DIW) bis 1,8 Prozent (IHW) anwachsen. Im kommenden Jahr soll das Wirtschaftswachstum ähnlich hoch ausfallen.
  • Nach Analysen des ifo-Instituts planen die Unternehmen auch weiterhin neue Mitarbeiter einzustellen. Das Finanzierungsumfeld für deutsche Unternehmen bleibt unverändert sehr gut.
  • Der Aufschwung wird vor allem von der inländischen Nachfrage getragen. Der anhaltende Beschäftigungsaufbau führt zu spürbaren Einkommenssteigerungen. Die stark gefallenen Energiepreise haben die Kaufkraft der privaten Haushalte deutlich erhöht. Beides treibt den privaten Konsum, aber auch die Wohnungsbauinvestitionen an, welche zudem von den sehr niedrigen Zinsen beflügelt werden.
  • Davon kann auch die Region Berlin-Brandenburg profitieren. So erreichte Berlin im 1. Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal einen Zuwachs an Beschäftigung von 2,7 Prozent (Deutschland: +1,3 Prozent). Damit hat Berlin seit nunmehr vier Jahren ununterbrochen den höchsten Zuwachs aller Bundesländer. Das Land Brandenburg verzeichnete im 1. Quartal 2016 mit einem Anstieg von 1,1 Prozent (11.900 Personen) spürbar mehr Erwerbstätige als im gleichen Quartal des Vorjahres. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) stieg die Zahl der erwerbstätigen Personen um 0,7 Prozent.
  • Die deutschen Exporte befinden sich in einem eher moderaten Aufwärtstrend. Grund sind die unterschiedlichen Entwicklungen in den globalen Absatzmärkten: Der robusten Nachfrage aus den entwickelten Volkswirtschaften – gemeint ist vor allem die EU – steht eine schwache Entwicklung in den Schwellenländern gegenüber.
  • Trotz der momentan nachlassenden Dynamik bleiben die Schwellenländer (vor allem China) lohnende Ziele für den deutschen Export und für Investitionen. Nach Angaben des DIW wird beispielsweise China in den nächsten 3 Jahren circa 630 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Infrastruktur stecken. Das Bruttoinlandsprodukt wird dort in diesem Jahr um 6,1 Prozent steigen. Im kommenden Jahr dürfte die Rate noch bei 6,0 Prozent liegen.
  • In den neuen Bundesländern dürfte nach einer aktuellen Prognose des IWH im zweiten Quartal 2016 die wirtschaftliche Dynamik zulegen. Dafür spricht – trotz des Wegfalls der Sondereffekte infolge des milden Winters und der zuletzt rückläufigen Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe – das insgesamt anhaltend gute Konjunkturklima. Die Auftragsbestände in Industrie und Baugewerbe sind weiterhin hoch. Die Umsätze der Industrie haben zu Beginn des neuen (zweiten) Quartals angezogen.
  • Allerdings bleiben Risiken. Dazu zählen das EU-Referendum zum BREXIT, die Diskussion um die Änderung der Leitzinsen in den USA und vor allem die zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten. Die Zeit für Unternehmer, die Investitionen oder den Eintritt in neue Märkte planen bleibt nach wie vor schwierig. Vor diesem Hintergrund stehen und fallen auch die aktuellen Wachstumsprognosen.     

Details zu Wachstumsprognosen finden Sie u.a. bei folgenen Wirtschaftsforschungsinstituten

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