28.09.17

Deutschland weiter auf Wachstumskurs

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat weiter an Stärke und Breite gewonnen. Neben den Konsumausgaben tragen nun auch das Auslands­geschäft und die Investitionen zur Expansion bei. So steht es im heute veröffentlichten Herbstgutachten, dass die beteiligten Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag der Bundesregierung erstellt haben.

So dürfte das Bruttoinlands­produkt in diesem Jahr um 1,9 Prozent, im kommenden Jahr sogar um 2 Prozent zulegen (kalenderbereinigt 2,2 bzw. 2,1 Prozent). Die Kehrseite der kräftigen Wachstumsdynamik: Es fehlt zunehmend an Fachkräften, die Bauindustrie arbeitet an der Kapazitätsgrenze und die Erzeugerpreise (ohne Energieträger) sind im bisherigen Verlauf des Jahres merklich gestiegen. Auf Verbraucherebene hat sich die Teuerung indes nur moderat erhöht.  

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Die Investitionstätigkeit kommt spürbar in Gang, auch wenn die Expan­sionsraten hinter den Werten früherer Hochkonjunkturen zurückbleiben. Da die Kapazitätsauslastung inzwischen hoch ist, dürften die Unternehmen mehr und mehr Erweiterungsinvestitionen vornehmen.

  • Die Exporte werden von der kräftigen Weltkonjunktur – insbesondere vom sich fortsetzenden Aufschwung im Euroraum – stimuliert. Nur teilweise wird dies durch die zuletzt recht kräftige Aufwertung des Euros ausgeglichen. Diese verringert die preisliche Wettbewerbsfähigkeit und wirkt sich dämpfend aus. Insgesamt dürften die Ausfuhren leicht beschleunigt zunehmen.

  • Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte 2018 um 1,1 Prozent und 2019 um 0,9 Prozent zulegen, nach einem Plus von 1,5 Prozent in diesem Jahr. Die registrierte Arbeitslosigkeit wird aber weiterhin in geringerem Maße zurückgehen, als die Beschäftigung steigt.

    Ursachen hierfür sind die zunehmende Erwerbsbeteiligung insbeson­dere von Frauen und Älteren und die sich fortsetzende Zuwanderung. Hinzu kommt, dass die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge nach Abschluss von Asylverfahren und Qualifizierungsmaßnah­men vermehrt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

    Die Arbeitslosen­quote wird voraussichtlich von 5,7 Prozent in diesem Jahr auf 5,5 Prozent im kommenden Jahr und 5,2 Prozent im Jahr 2019 sinken.

Das vollständige Herbstgutachten 2017 finden Sie hier.

Herbstgutachten 2017

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