02.05.19

Nachholbedarf beim Thema Digitalisierung in der dualen Berufsausbildung

Das IW Köln hat in einer aktuellen Studie untersucht, inwiefern sich der digitale Wandel auf die Ausbildungsaktivitäten in den Unternehmen auswirkt. Die Studie zeigt auf Grundlage einer Unternehmensbefragung, welche Maßnahmen Unternehmen derzeit schon umsetzen und an welchen Stellen Unterstützungs- oder Änderungsbedarf bestehen – sei es bei innerbetrieblichen Prozessen, bei externen Angeboten, bei bildungspolitischen Rahmenbedingungen oder beim dualen Ausbildungspartner Berufsschule.

Es wird deutlich, dass die Digitalisierung noch intensiver in die Ausbildung integriert werden sollte. So hat sich knapp ein Drittel der – vorwiegend kleinen und mittleren – ausbildenden Unternehmen bisher noch nicht mit dem Thema Digitalisierung in der betrieblichen Ausbildung beschäftigt. Die häufigsten Aktivitäten bestehen in der Nutzung von Impulsen der Auszubildenden, in der Anpassung der Ausbildungsinhalte sowie in der Weiterbildung der eigenen Ausbilder. Wenig positiv fällt die Zufriedenheit mit den Berufsschulen aus. Hier sehen die Unternehmen Investitionsbedarf in die Infrastruktur und in die Weiterbildung der Berufsschullehrer in Sachen Medienkompetenz.

Sieben von zehn Unternehmen möchten, dass angesichts der Digitalisierung neue Zusatzqualifikationen in der Berufsausbildung geschaffen und vorhandene Ausbildungsberufe modernisiert werden. Lediglich drei von zehn Betrieben sehen einen Bedarf an neuen Ausbildungsberufen. Zusatzqualifikationen sowie die Modernisierung der vorhandenen Ausbildungsberufe haben den Vorteil, dass eine Umsetzung zeitnah möglich ist: die Ausbildungsordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe beispielsweise wurden zum Beginn des Ausbildungsjahres 2018 im sogenannten „agilen Verfahren“ neu geordnet. Außerdem wurden optionale Zusatzqualifikationen eingeführt.

Bislang gehören vor allem große und technologieintensive Unternehmen zu den Vorreitern der Digitalisierung in der betrieblichen Ausbildung, während kleine und mittlere Unternehmen einen großen Orientierungs- und Unterstützungsbedarf aufweisen. Über alle Betriebsgrößen hinweg wünscht sich etwa ein Drittel aller Unternehmen Unterstützung bei der Festlegung von geeigneten Lehr- und Lernmethoden sowie bei der Auswahl von relevanten Ausbildungsinhalten. Dies unterstreicht auch die Notwendigkeit, das betriebliche Ausbildungspersonal weiter zu qualifizieren.

Die Studie „Digitalisierung in der dualen Berufsausbildung“ ist abrufbar unter www.iwkoeln.de/Berufsausbildung.

Weitere Informationen

Digitalisierung in der dualen Berufsausbildung - Umsetzungsstand, Modernisierungs- und Unterstützungsbedarf in Betrieben
> Link (IW Medien)

Ihr Ansprechpartner zum Thema "Digitalisierung in der Ausbildung"

Thoralf Marks
Berufs- und Ausbildungspolitik
Thoralf
Marks
Telefon:
+49 30 31005-209
Telefax:
+49 30 31005-190
E-Mail:
Marks [at] wveb.de