10.06.25

„Beim Bürokratieabbau müssen endlich Taten folgen“

Die neue WVEB-Vorsitzende Andrea Weckwert über ihre Forderungen an die Politik und die Pläne mit dem Verband

Frau Weckwert, wie steht es aktuell um Ihre Branche?

Die Ernährungsindustrie in der Hauptstadtregion steht vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Branchen: Die Wirtschaftslage ist noch immer angespannt, und trotz einer nachlassenden Inflation  halten die Verbraucherinnen und Verbraucher  weiter ihr Geld zusammen. Deshalb sehen wir derzeit in keinem unserer Märkte ein nennenswertes Plus. Wir hoffen, dass sich mit der neuen Bundesregierung die politische Unsicherheit auflöst und schnell erste wichtige Impulse umgesetzt werden. Auf  den Auslandsmärkten  entwickelt sich die Nachfrage robuster.

Was sehen Sie als die größten Herausforderungen der Branche?

Hervorheben möchte ich hier insbesondere die folgenden Herausforderungen: Zum einen die Preissteigerungen bei Energie und Agrarrohstoffen, und zum anderen die bereits angesprochene Verunsicherung  der Verbraucher. Dazu kommen die Klassiker: Der Fachkräftemangel und die Umsetzung der Digitalisierung.

Wie sind Sie mit der Wirtschaftspolitik in der Hauptstadtregion zufrieden?

Die schwarz-rote Koalition in Berlin arbeitet an vielen Themen weitgehend geräuschlos und kann auch erste Erfolge verbuchen, zum Beispiel bei der Sicherheit in der Stadt und bei Programmen zur Verbesserung der Bildung. Wir hoffen, dass dieser Modus anhält und die Parteien nicht allzu früh in den Wahlkampfmodus für die Abgeordnetenhauswahl 2026 schalten. In Brandenburg sind SPD und BSW ebenfalls um Stabilität bemüht. Man merkt allerdings, dass beide Partner sich noch aneinander gewöhnen müssen.

Was sind die wichtigsten Themen, um die sich die Politik kümmern muss, um die Unternehmen wieder nach vorne zu bringen?

Ganz oben steht für uns das Thema Bürokratie. Hier müssen den vielen Ankündigungen zum Bürokratieabbau, zur Vereinfachung und zur Beschleunigung seitens der Politik endlich Taten folgen. In Berlin kommt das Thema Wohnungsmangel hinzu. Unsere Beschäftigten haben es oft schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sehr wichtig ist für uns auch die Bildung. Es gibt erste Fortschritte, aber wir brauchen dringend exzellent ausgebildete junge Menschen, die gut auf die  die Berufsweltvorbereitet sind. Energiepreise und die Belastung mit Steuern und Abgaben sind weitere Top-Themen.

Andrea Weckwert, WVEB, Coca-Cola

Andrea Weckwert ist die neue Vorsitzende der WVEB und Vice President Legal bei der Coca-Cola Europacific Partners Deutschland GmbH. © privat

Wo sehen Sie die größten Chancen für Berlin und Brandenburg?

Die Hauptstadtregion entwickelt sich kontinuierlich weiter hin zu einer wirtschaftsstarken Metropole mit viel Potenzial. Innovationen und die Start-up-Branche spielen eine wichtige Rolle, ebenso viele Zukunftsindustrien. Die große Aufgabe wird es sein, erstens für kluge Köpfe attraktiv zu bleiben und zweitens das Know-how, das hier in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung zu Hause ist, besser und produktiver miteinander zu vernetzen.

Wie kann und muss der WVEB Ihrer Ansicht nach die Unternehmen der Branche unterstützen?

Die WVEB ist für mich das Scharnier zwischen Politik und Wirtschaft. Der Verband hilft uns, unsere Anliegen den Entscheiderinnen und Entscheidern vorzutragen. Und er kann mit einer Reihe wertvoller Dienstleistungen dafür sorgen, dass wir uns gut beraten fühlen und uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren können. Etwa bei Fragen rund um das Arbeitsrecht oder bei der Nachwuchsgewinnung.

Welche Ziele haben Sie sich als neue WVEB-Vorstandsvorsitzende gesetzt?

Ich möchte den Verband zu einer noch schlagkräftigeren Einheit formen und unsere Themen in der Öffentlichkeit bekannter machen. Jeder und jede hat täglich mit unseren Produkten zu tun, das kann und darf uns ruhig etwas mehr Wertschätzung einbringen.

Was schätzen Sie an der Hauptstadtregion, und was empfinden Sie als anstrengend?

Ich bin verbringe gerne Zeit draußen und hier bietet unsere Stadt Sehenswürdigkeiten und tolle Natur direkt vor der Haustür. Als anstrengend empfinde ich oft die vielen Baustellen, dabei ist es eigentlich schön, wenn in Infrastruktur investiert wird. Dies passiert künftig hoffentlich noch mehr.

Ihre Ansprechpartner

Klaus Jeske, UVB, Unternehmensverbände, Berlin, Brandenburg
Geschäftsführer
Klaus
Jeske
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Telefax:
+49 30 31005-240
E-Mail:
Jeske [at] wveb.de
Bernt, Nevin, Assistenz, UVB
Assistenz
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