22.03.18
Rückschau: MEET THE INDUSTRY: FOODTECH ROUNDTABLE
Wie kann die Hauptstadtregion zum internationalen FoodTech Hub werden?
Welchen Ansatz verfolgen FoodTech-Start-Ups in Deutschland? Was treibt sie an? Und wie erfinden sie die Zukunft der Food-Industrie neu? Welche Technologien haben das Potenzial, wirklich spielerische Lösungen für Lebensmittelproduzenten, -unternehmen, Konsumenten und Köche anzubieten? Und wie steht Deutschland im Vergleich zu Ländern wie USA und Israel dar? Das waren die Fragen, die wir mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern am runden Tisch beantworten wollten. Gemeinsam mit media.connect und dem BVDS lud die WVEB dazu am 21. März zum "Roundtable FoodTech" ein. Gastgeber waren die Digitalisierungs-Experten von Exozet. Mit inspirierendem Blick auf die Weite des Tempelhofer Feldes haben wir mit und über die Treiber der FoodTech-Revolution gesprochen. Am Roundtable saßen: Roman Hartmann vom Online-Hofladen Farmy, Daniel Vollmer vom Hygiene-Management-Anbieter Flowtify, Flavio Alario vom Logistik-Dienstleister Fliit, Anne-Kathrin Kuhlemann vom Urban-Farming-Anbieter Topfarmers, Prof. Dr. Marcus Frohme von der TH Wildau, Prof. Dr. Monika Schreiner vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e.V. und Jan-Frieder Damm, Leiter der Fahgruppe FoodTech beim Bundesverband Deutsche Startups e.V. unter der Moderation von Tobias Zumbült von der advalyze GmbH. In lockerer Atmosphäre und mit starker Beteiligung des Publikums wurden die verschiedenen Fragestellungen diskutiert und erste Ideen für eine Stärkung des Standorts Berlin-Brandenburg als Vorreiter für FoodTech-Innovationen entwickelt.
Wichtige Erkenntnisse der offenen Gesprächsrunde waren:
- Es bestehen bereits viele Netzwerk-Möglichkeiten rund um das Thema "Food & FoodTech", jedoch muss die Vernetzung noch branchen- und länderübergreifender erfolgen.
- FoodTech-Innovationen adressieren zumeist gesellschaftliche Verantwortung. Ein wichtiges Thema dabei ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen.
- Finanzierung ist insbesondere für Food- und FoodTech-Startups kein leichtes Thema. Jedoch bestehen bereits zahlreiche Förderprogramme. Diese sind jedoch oft zu komplex und bürokratisch. Außerdem fehlt es an einer zentralen Informationsstelle. Insbesondere Startups mit nicht primär gewinnorientierten Ideen tun sich bei der Finanzierung schwer. Crowdinvesting sollte hier als Finanzierungsmöglichkeit stärker in Betracht gezogen werden.
- Bei der Logistik ist vor allem die erste Meile noch immer eine Herausforderung. Wie kommen Lebensmittel aus dem ländlichen Raum (Brandenburg) in die Stadt (Berlin)? Daran muss weiter gearbeitet werden.
- Der Standortvorteil der Hauptstadtregion liegt insbesondere in ihrer heterogenen Konsumentenstruktur und der breiten Wissenschaftslandschaft. Dieses Potenzial muss genutzt werden.
- FoodTech-Innovationen sollten jedoch nicht bei der Digitalisierung bestehender Prozesse Halt machen, sondern neue und disruptive Konzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickeln.
Die ausführlichen Ergebnisse aus dem Roundtable mit klaren Handlungsempfehlungen wurden in einer "Actionable List" festgehalten, die wir Ihnen nachfolgend zur Verfügung stellen.
